SeKoR-Forschungsdatenbank

Das Forschungsmonitoringprojekt „Nationale und internationale Service- und Kontaktstelle Radikalisierungsforschung (SeKoR)“ bietet einen näherungsweise umfassenden Überblick zur aktuellen Radikalisierungsforschung. Über eine Datenbank sind so Projekte im Bereich akademischer, sicherheitsbehördlicher und zivilgesellschaftlicher Forschung frei zugänglich zu finden.

SeKoR will zu einem direkteren Austausch von Forschungsbefunden zwischen Wissenschaft und Praxis als auch innerhalb der Forschungsgemeinschaft beitragen. Ebenso soll ein disziplinübergreifender Dialog zwischen universitärer, (sicherheits-) behördlicher und zivilgesellschaftlicher Forschung gestärkt werden. Dies erscheint gerade in dem hier gegenständlichen Forschungsfeld geboten. Denn Radikalisierung und die mit diesem Begriff assoziierten Phänomene Extremismus und Terrorismus stehen für ein gesellschaftlich hoch relevantes und komplexes Forschungsfeld. Durch die zunehmenden Herausforderungen von politisch und religiös motivierten Extremismen und Terrorismen haben entsprechende Forschungsaktivitäten, insbesondere in der letzten Dekade, deutlich zugenommen. Zunehmend fällt es nicht nur den potenziellen Anwenderinnen und Anwendern von Forschungsbefunden, sondern auch den einschlägig forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern selbst, schwer, den Überblick zu behalten.

Es ist kaum mehr möglich auf Höhe des jeweiligen Forschungsstandes zu bleiben: Welche Projekte mit Bezügen zu den jeweils selbst verfolgten Forschungsfragen wurden jüngst abgeschlossen bzw. befinden sich parallel in Bearbeitung? Dies ist nicht nur aufgrund des enormen Zuwachses an Forschungsaktivitäten schwierig im Auge zu behalten, sondern verweist auf ein generelles Problem: Forschungsbefunde werden einem größeren Kreis häufig erst mit deutlichem Zeitverzug bekannt, weil es z.T. enorm lange dauert, bis entsprechende Publikationen zugänglich sind.

In diese Lücke will SeKoR vorstoßen. Ziel ist es, einen rascheren Informationsfluss zwischen den unterschiedlichen Beteiligten in Wissenschaft, Praxis und Politik sicherzustellen. Um sich dieser Herausforderung anzunehmen, ist im Bundeskriminalamt in der Forschungsstelle Terrorismus / Extremismus (FTE) die Nationale und internationale Service- und Kontaktstelle Radikalisierungsforschung (SeKoR) eingerichtet worden. Hier werden nationale Forschungsaktivitäten zum Themenkomplex Radikalisierung vollumfänglich erfasst. Das heißt, dass alle jüngst abgeschlossenen und aktuell noch laufenden empirischen Studien zu den unterschiedlichen Erscheinungen eines religiös und/oder politisch motivierten Radikalisierungsgeschehens gesammelt und in Form einer Datenbank zur Verfügung gestellt werden.

SeKoR beschränkt sich dabei ausdrücklich nicht nur auf Studien zu Extremismus oder Terrorismus. Um nicht Gefahr zu laufen, relevante Forschungsarbeiten insbesondere zu Frühstadien extremistischer oder terroristischer Erscheinungsformen auszuschließen, geht SeKoR explizit von einem weit gefassten Verständnis des Begriffs ‚Radikalisierung‘ aus.

Angesichts der hohen Entwicklungsdynamik in diesem Phänomenfeld ist es geboten, Erkenntnisse insbesondere zu neuen Phänomenerscheinungen schneller in die entsprechenden Praxisfelder zu kommunizieren. Zusammenfassend zielt SeKoR auf eine Erhöhung der Reichweite der phänomenbezogenen Forschung ab – und zwar innerhalb der Forschungsgemeinschaft selbst als auch mit Bezug zu den vielfältigen anwendenden Personen in den unterschiedlichen Handlungsfeldern, um so zu einer Intensivierung der Kooperation und des Austausches zwischen Wissenschaft und Praxis beizutragen.

SeKoR steht allen in der Radikalisierungsforschung aktiven Organisationen bzw. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie den in diesem Handlungsfeld tätigen Praktizierenden und der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit offen. SeKoR unterstützt die in diesem Themenfeld aktive Wissenschaftsgemeinschaft, indem eine umfassende und kontinuierliche Abbildung der Forschungslandschaft bereitgestellt wird. Das SeKoR-Netzwerk erstreckt sich so über die universitären als auch (sicherheits-)behördlichen und zivilgesellschaftlichen Forschungseinrichtungen.

SeKoR unterbreitet zur Umsetzung der verfolgten Ziele vier konkrete Angebote:

  • Kontinuierliche und umgehende Information zu jüngst abgeschlossenen oder laufenden Forschungsprojekten in Form der SeKoR-Profilblätter und deren unverzügliche Dissemination im Netzwerk
  • Bereitstellung einer Forschungsdatenbank zur gezielten Informationssuche
  • Jährliche Fachkonferenz zur Identifikation und Diskussion von (praxis-)relevanten Trends, Entwicklungen und aktuellem Forschungsbedarf
  • Erstellung eines jährlichen Monitoringberichts zum jeweiligen Stand und zu Entwicklungstrends innerhalb der Radikalisierungsforschung (MOTRA-Monitor)

 

Die Erfassung laufender und jüngst abgeschlossener Projekte geschieht über ein Kurzformular, das jeweils von den Projektleitungen ausgefüllt werden soll – das SeKoR Profilblatt. Jede eingehende Projektmeldung wird nach Aufnahme in die Datenbank zudem verzögerungsfrei allen Mitgliedern des Netzwerks per Mail zugesandt. So garantiert SeKoR eine umgehende Information zu abgeschlossenen und laufenden Forschungsprojekten und erhöht die Reichweite der betreffenden Forschung enorm. Über das SeKoR-Profilblatt werden die wesentlichen Projektinformationen auf einer Seite erfasst. Auf diese Weise wird es möglich, komprimiert über die jeweiligen Fragestellungen sowie empirisch-analytischen Methoden und bei abgeschlossenen Projekten über die zentralen Forschungsbefunde informiert zu werden.

Im Falle von Verbundprojekten, sollen eigenständige Teilvorhaben jeweils separat erfasst werden. Zusätzlich dazu soll das Gesamtvorhaben ebenfalls in einem Profilblatt von der jeweiligen Konsortialleitung abgebildet werden.

Vorlage SeKoR Profilblatt zum Download

Die SeKoR-Datenbank ist für alle Interessierten erreichbar. Dort sind alle eingegangenen SeKoR-Profilblätter und weitere Forschungsberichte gespeichert und einsehbar. Die Datenbank vereinfacht die Recherche nach archivierten Berichten und verfügt über eine umfangreiche Freitextsuche sowie Möglichkeiten zur Filterung nach diversen Kriterien (Phänomenbereich, Jahr, empirische Methodenwahl etc.).

Über die Speicherung in der Datenbank wird mit Hilfe von SeKoR eine hohe Reichweite für Forschungsprojekte generiert und die potenzielle Zielgruppe für Forschungsarbeiten erweitert. Das SeKoR-Netzwerk bietet den teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen gezielten Kommunikationskanal in die einschlägig forschende Wissenschaftsgemeinschaft und dient der verbesserten Wahrnehmung der durch die Mitglieder des Netzwerks selbst verfolgten Forschungsaktivitäten.

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