Expertenpanels

Die Berghof Foundation baut im MOTRA Verbund auf ihrer Erfahrung als Gestalterin von Räumen für Dialog und Konflikttransformation auf. Sie bringt das Feld der Friedens- und Konfliktforschung in das interdisziplinär aufgestellte Konsortium ein und bereichert es, indem sie iterativ und jährlich Expertenpanels auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zusammenbringt.

Diese Expertenpanels haben vier Ziele:

(1) einen breiten Kreis von Akteuren in die Verfeinerung von (qualitativen) Forschungsergebnissen und -methoden einzubinden;

(2) ein breites Spektrum von betroffenen ‚Stakeholdern‘ in die Bewertung versteckter oder neuer Radikalisierungsprozesse einzubeziehen;

(3) konfliktsensitive Datensammlung und Wissenstransfer zu ermöglichen; und

(4) die empirisch-analytischen und strukturellen Projektziele durch die Organisation von Fokusgruppen und Stakeholder-Dialogen zu verbinden.

In den Befragungen legt die Berghof Foundation vier Themenschwerpunkte:

Das Zusammenspiel von Akteur*Innen in der Radikalisierungsprävention und Extremismus Bekämpfung erweist sich aufgrund von horizontalen und vertikalen Zuständigkeitsbereichen, aber auch ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die Virulenz verschiedener Radikalisierungsprozesse als komplex. Es wird untersucht welche Schwierigkeiten in Deutschland auftreten und inwiefern Ansätze aus der Friedens- und Konfliktforschung genutzt werden können, um Präventionsarbeit nachhaltiger zu gestalten.

Individuen, Organisationen oder Gruppen durchlaufen den Prozess der Radikalisierung in einem Kontext, der durch die Handlungen anderer Akteur*Innen (ideologische Gruppierungen, Staat, Mehrheitsgesellschaft, etc.) maßgeblich beeinflusst wird. Eine Betrachtung dieser reziproken Dynamiken in Deutschland soll Aufschluss darüber geben, wie diese sich auf das Radikalisierungsgeschehen bzw. Präventionsmöglichkeiten auswirken.

Radikalisierung wirkt sich, je nach ideologischer Ausrichtung, stark auf die jeweiligen geschlechtsspezifischen Rollenbilder von Individuen, Organisationen oder Gruppen aus. Inwiefern Medien darauf Einfluss nehmen (können) und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den diversen Ausprägungen der Radikalisierung auftreten, wird vor dem Hintergrund der deutschen Gesellschaft untersucht.

Da die Nutzung sozialer Medien und digitaler Kommunikation untrennbar mit dem tagtäglichen Leben verbunden ist, wird hier die Überschneidung und Wechselwirkung von beiden, sonst häufig getrennt voneinander betrachteten, Teilbereichen erforscht.

In zyklischen Datenerhebungen nehmen dieselben Expert*Innen über die Projektlaufzeit mehrfach teil. Dies ermöglicht zum einen das Einbeziehen der Erkenntnisse aus dem vorherigen Zyklus in die Befragung, sowie die Betrachtung der Veränderung von Prozessen über einen längeren Zeitraum.