Vorurteilsmotivierte Kriminalität – Ausgewählte Ergebnisse aus dem Panel zur Wahrnehmung von Kriminalität und Straftäter:innen (PaWaKS)

Autor*innen
Rowenia Bender, Kristin Weber
Organisation/Institut
Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen e.V.
Fachgebiet
Kriminologie
Einsendeart
Ersteinsendung des Projekts
Projektstand
Abgeschlossen
07/03/2024
07/03/2024

Forschungseinrichtung(en)
Außeruniversitär (Forschungsgemeinschaft)
Publikationsformate
Konferenzbeitrag
Drittmittelförderung
Ja

Mittelgeber
Landesministerium

Zentraler Phänomenbezug
Übergreifend: Radikalisierung – Extremismus und/oder Terrorismus
Wie hoch ist die Lebenszeitprävalenz von vorurteilsmotivierter Gewalt (im Vergleich zu anderen Straftaten)? Welche Auswirkungen hat vorurteilsmotivierte Gewalt (im Vergleich zu anderen Straftaten) auf Betroffene und indirekt Betroffene in Bezug auf Anzeigeverhalten, Vertrauen in Polizei und Justiz sowie Kriminalitätsfurcht?

Phänomenbereich
Phänomenübergreifend
Forschungsmethodik
Quantitatives Forschungsdesign
Zentralfokus
(primär) Person
 
  • Fragebogen
  • Erhebung in der virtuellen Welt
  • Deskriptivanalyse
  • Bivariate Verfahren

Unter den Befragten gaben 17.25 % an, (indirekte oder direkte) Gewalt aufgrund der eigenen Ethnie/Religion erfahren zu haben, fast 16 % aufgrund der sexuellen Orientierung und fast jede fünfte befragte Person erfuhr indirekt oder direkt Gewalt aufgrund des Migrationshintergrundes.

Personen mit Migrationshintergrund erlebten im Vergleich zur Gesamtstichprobe bis zu 2.5-mal häufiger vorurteilsmotivierte Gewalt.
Opfer von vorurteilsmotivierten Gewalttaten, sexueller Nötigung/Missbrauch sowie Polizeigewalt meldeten diese Vorfälle deutlich seltener der Polizei und brachten diese seltener zur Anzeige als Opfer von Einbruch, Raub, Körperverletzung oder digitalem Identitätsdiebstahl.
Betroffene von vorurteilsmotivierter Gewalt sowie Polizeigewalt, Nötigung/ Missbrauch oder Körperverletzung zeigten weniger Vertrauen in die Polizei/Justiz als Personen, die keine solchen Viktimisierungserfahrungen gemacht hatten.
Opfer mit Migrationshintergrund, insbesondere Opfer vorurteilsmotivierter Gewalt mit Migrationshintergrund, wiesen höhere Kriminalitätsfurcht auf als solche ohne Migrationshintergrund.
 

Praktische Umsetzung
Ausbau zielgruppenspezifischer Präventions- und Schutzmaßnahmen für marginalisierte Gruppen, z. B. durch sichere öffentliche Räume, bessere Beleuchtung, Videoüberwachung an kriminalitätsbelasteten Orten sowie niedrigschwellige Unterstützungsangebote. Förderung von Vertrauen in Polizei und Justiz, um die geringe Anzeige- und Meldebereitschaft Betroffener zu erhöhen und Rückzugstendenzen aus dem gesellschaftlichen Leben entgegenzuwirken.

 
Zitation des Projekts
07.03.2024. Rowenia Bender & Kristin Weber, Vortrag: „Vorurteilsmotivierte Kriminalität – Ausgewählte Ergebnisse aus dem Panel zur Wahrnehmung von Kriminalität und Straftäter:innen (PaWaKS)“, Tagung des Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung (MOTRA) zum Thema „Transformationen von Extremismus und Intoleranz in Deutschland und Europa“, Wiesbaden. https://doi.org/10.13140/RG.2.2.29185.77926
 
Quellenangabe projektbezogener Publikation
Weblink