Autor*innen
Michelle Heblik
Organisation/Institut
Friedrich-Alexander-Universität
Fachgebiet
Politikwissenschaften
Kontakt E-Mail
michelle.heblik@icloud.com
Einsendeart
Ersteinsendung des Projekts
Projektstand
Abgeschlossen
Forschungseinrichtung(en)
Universitär
Drittmittelförderung
Nein
Zentraler Phänomenbezug
Übergreifend: Radikalisierung – Extremismus und/oder Terrorismus
Arbeitshypothese(n)
Die Arbeit untersucht vergleichend, wie und in welchem Umfang Künstliche Intelligenz zur Radikalisierungs- und Extremismusprävention in Deutschland und den USA eingesetzt wird.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Unterschiede sich hinsichtlich Einsatzfeldern, Effektivität, rechtlicher Rahmenbedingungen und ethischer Vertretbarkeit ergeben, insbesondere in den Bereichen:
1. Früherkennung von Radikalisierungstendenzen
2. Polizeiarbeit und Strafverfolgung
3. Bekämpfung extremistischer Propaganda und Desinformation
Ziel ist es, die unterschiedlichen sicherheits- und datenschutzpolitischen Herangehensweisen beider Staaten systematisch gegenüberzustellen.
Arbeitshypothesen:
1. Unterschiedliche Systemlogiken: Die USA verfolgen einen stärker sicherheits- und datenorientierten Ansatz mit weiterreichender praktischer Implementierung von KI-Systemen, während Deutschland einen restriktiveren, grundrechts- und datenschutzbasierten Ansatz verfolgt.
2. Begrenzte praktische Implementierung in Deutschland: In Deutschland befinden sich KI-Anwendungen zur Extremismusprävention überwiegend in Forschungs- und Pilotphasen (z. B. KISTRA, MOTRA), während in den USA umfangreichere Datensysteme und Analyseinstrumente entwickelt wurden.
3. Rechtsstaatliche Begrenzung als Strukturmerkmal: Der Einsatz von KI in Deutschland unterliegt strengeren verfassungsrechtlichen und datenschutzrechtlichen Anforderungen, was die praktische Anwendung einschränken, aber zugleich grundrechtlich absichern soll.
4. Technologische Potenziale vs. normative Risiken: KI bietet erhebliche Potenziale zur Mustererkennung und Risikoanalyse, wirft jedoch zugleich grundlegende Fragen hinsichtlich Verhältnismäßigkeit, Vorverlagerung von Strafbarkeit und Grundrechtsschutz auf.
Phänomenbereich
Phänomenübergreifend
Forschungsmethodik
Qualitatives Forschungsdesign
Zentralfokus
Differente Faktoren der Einflussgrößen Person, Ideologie, Umfeld
Erhebungsverfahren
- Dokumentenanalyse
Auswertungsverfahren
- Inhaltsanalyse
- Fallanalyse
Forschungsbefunde
Die vergleichende Analyse zeigt, dass Deutschland und die USA KI zur Radikalisierungs- und Extremismusprävention einsetzen, jedoch mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung. Während Deutschland KI-Systeme überwiegend in Forschungs- und Pilotprojekten unter strengen datenschutz- und verfassungsrechtlichen Vorgaben entwickelt (z. B. KISTRA, MOTRA), verfügen die USA über umfangreichere Dateninfrastrukturen und stärker sicherheitsorientierte Ansätze. In beiden Ländern sind vollautomatisierte, verlässliche Frühwarnsysteme derzeit technisch nicht realisierbar. KI dient primär der Mustererkennung und Risikoanalyse. Gleichzeitig bestehen erhebliche normative Spannungsfelder hinsichtlich Grundrechtsschutz, Transparenz und der möglichen Vorverlagerung staatlicher Eingriffe.
Praktische Umsetzung
Der Einsatz von KI in der Extremismusprävention sollte klar gesetzlich geregelt, transparent ausgestaltet und kontinuierlich evaluiert werden. Technische Systeme können Ermittlungs- und Analyseprozesse unterstützen, ersetzen jedoch keine menschliche Bewertung. Besondere Bedeutung kommt dem Schutz von Grundrechten, der Verhältnismäßigkeit präventiver Maßnahmen sowie der Qualität und Validität der zugrunde liegenden Daten zu.
Zitation des Projekts
Heblik, Michelle (2025): Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Radikalisierungs- und Extremismusprävention: Deutschland und die USA im Vergleich. In: Winkelmann, Thorsten (Hrsg.): Einblicke in Themen der vergleichenden Extremismusforschung. FAU University Press, Erlangen
Quellenangabe projektbezogener Publikation
ff-79fd3711df56c53f5450adb313277bf8-ff-Heblik_KI-in-der-Radikalisierungs-undExtremismuspraevention_Deutschland-und-USA-im-Vergleich.pdf
Verlinkung zum Projekt:
https://www.university-press.fau.de/produkt/978-3-96147-864-4/