Gewalt durch Zustimmung: Wenn das regionale Meinungsklima vorurteilsmotivierte Gewalt billigt.

Autor*innen
Rowenia Bender, Oliver Christ
Organisation/Institut
Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen e.V.
Fachgebiet
Kriminologie
Einsendeart
Ersteinsendung des Projekts
Projektstand
Abgeschlossen

Forschungseinrichtung(en)
Außeruniversitär (Forschungsgemeinschaft)
Publikationsformate
Buchkapitel
Drittmittelförderung
Ja

Mittelgeber
Landesministerium

Zentraler Phänomenbezug
Übergreifend: Radikalisierung – Extremismus und/oder Terrorismus
Gibt es regionale Unterschiede in der Bewertung von vorurteilsmotivierter Gewalt?
Lassen sich diese regionalen Unterschiede durch RWA und SDO als Mediatoren erklären?
Welche Rolle spielen dabei soziostrukturelle Kontextfaktoren (Arbeitslosigkeit, Migrationsanteil etc.)?

Phänomenbereich
Phänomenübergreifend
Forschungsmethodik
Quantitatives Forschungsdesign
Zentralfokus
Differente Faktoren der Einflussgrößen Person, Ideologie, Umfeld
  • Fragebogen
  • Erhebung in der virtuellen Welt
  • Deskriptivanalyse
  • Multivariate Verfahren
Personen in den neuen Bundesländern bewerteten vorurteilsmotivierte Gewalt als weniger verwerflich als Personen in den alten Bundesländern. Dieser Effekt blieb auch unter Kontrolle soziostruktureller und ideologischer Variablen signifikant.

RWA war in den alten Bundesländern signifikant höher als in neuen Bundesländern; für SDO gab es keinen signifikanten Ost-West-Unterschied. RWA und SDO konnten den Ost-West-Unterschied in der Bewertung von Vorurteilskriminalität nur teilweise erklären: der direkte Effekt der geografischen Lage blieb stark.

Rund 70 % der Befragten bewerteten vorurteilsmotivierte Gewalt als „sehr verwerflich“, aber immerhin ~30 % nicht. Aufgrund sozialer Erwünschtheit dürfte der tatsächliche Anteil der Billigung noch höher sein.

AfD-Präferenz ging mit einer geringeren Verurteilung von vorurteilsmotivierter Gewalt einher
 
Entwicklung von Bildungsprogrammen zum gezielten Abbau von Vorurteilen, besonders in Regionen mit stärker ausgeprägten rechtsextremen Einstellungen. Förderung von Initiativen für Vielfalt und Inklusion. Gesamtgesellschaftliche Null-Toleranz-Haltung gegenüber Vorurteilskriminalität muss aktiv kommuniziert werden. Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Strukturvariablen bei der Entwicklung von Gegenmaßnahmen. Stärkere Nutzung von Zeitreihendaten, um langfristige Dynamiken zwischen sozialen Normen und Verhalten zu verstehen.
 
Zitation des Projekts
Bender, R. & Christ, O. (2024). Gewalt durch Zustimmung: Wenn das regionale Meinungsklima vorurteilsmotivierte Gewalt billigt. In D. Wagner, J. L. Führer & F. Asbrock (Hrsg.), Von Kriminalitätsfurcht zu Feindseligkeit – Dynamiken der Kriminalitätswahrnehmung im politischen Kontext. (S. 17-42). Nomos Verlag. https://doi.org/10.5771/9783748948445
 
Quellenangabe projektbezogener Publikation
Weblink