Autor*innen
Daniel Köhler, Irina Jugl-Kuntzsch
Organisation/Institut
Landeskriminalamt Baden-Württemberg
Fachgebiet
Staatschutz Analyse- und Forschungseinheit
Kontakt E-Mail
irina.jugl-kuntzsch@konex.bwl.de
Einsendeart
Ersteinsendung des Projekts
Projektstand
Offen
Forschungseinrichtung(en)
Behördlich
Publikationsformate
- Berichtsform (publiziert)
- Peer reviewed Fachzeitschriften
Drittmittelförderung
Nein
Zentraler Phänomenbezug
Übergreifend: Radikalisierung – Extremismus und/oder Terrorismus
Arbeitshypothese(n)
Seit Jahren zeigt sich die zunehmende Ausprägung einer militanten rechtsextremistischen Onlineszene, die unter dem Begriff Terrorgram oder Attentäter-Fanszene bekannt ist. Sie ist geprägt von hoher Gewaltbereitschaft und Menschenverachtung. Die Sicherheitsbehörden beobachten eine zunehmende Radikalisierung und Rekrutierung Jugendlicher in die Szene. Dennoch gibt es nur sehr wenig empirisch gesichertes Wissen über die Szene.
Das Projekt untersucht das sicherheitsbehördliche Hellfeld der Terrorgramszene in Deutschland. Auf Basis von Ermittlungs- und Gerichtsakten wird untersucht, wie Radikalisierungsverläufe in der Szene ablaufen, welche relevanten Faktoren die Radikalisierung beeinflussen und welche soziobiographische Merkmale die Szene kennzeichnen. Es werden besondere Herausforderungen für Sicherheits- und Justizbehörden analysiert und Empfehlungen für Früherkennung, Prävention und Bekämpfung herausgearbeitet.
Phänomenbereich
Rechts
Forschungsmethodik
Qualitatives Forschungsdesign
Zentralfokus
Differente Faktoren der Einflussgrößen Person, Ideologie, Umfeld
Erhebungsverfahren
- Interview
- Dokumentenanalyse
Auswertungsverfahren
- Deskriptivanalyse
- Inhaltsanalyse
- Fallanalyse
Forschungsbefunde
Die hohe Gewaltbereitschaft der Szene spiegelt sich in den Deliktarten (häufig §§ 89a und 126 StGB) und den überwiegend weit fortgeschrittenen Tatvorbereitungen wieder. Die rein männliche Stichprobe ist sehr jung und geprägt von multiplen Belastungen, darunter eine hohe Anzahl von Personen mit diagnostizierten psychischen Erkrankungen, sozialer Desintegration und familiärer Vernachlässigung. Bei den Radikalisierungsverläufen zeigt sich bei der Hälfte der Fälle eine Radikalisierungsdauer von unter einem Jahr. Es kann von einer „Blitzradikalisierung“ gesprochen werden.
Die große Mehrheit der Fälle wurden durch Sicherheitsbehörden, insbesondere die Verfassungsschutzämter der Länder und das des Bundes identifiziert. Keiner der identifizierten Fälle konnte seinen ursprünglichen Plan in die Tat umsetzen. Die meisten Fälle konnten erfolgreich in Ausstiegsprogramme vermittelt werden.
Praktische Umsetzung
Aus den Analysen ergeben sich Empfehlungen für Politik, Prävention und Sicherheitsbehörden
Zitation des Projekts
Köhler, D., & Jugl-Kuntzsch, I. (2026). ‚Teenage Terroristen‘ in Deutschland? Eine bundesweite Hellfeldstudie zur „Terrorgramszene“. Landeskriminalamt Baden-Württemberg.
Quellenangabe projektbezogener Publikation
Köhler, D., & Jugl-Kuntzsch, I. (2026). ‚Teenage Terroristen‘ in Deutschland? Eine bundesweite Hellfeldstudie zur „Terrorgramszene“. Landeskriminalamt Baden-Württemberg.
Verlinkung zum Projekt:
https://lka.polizei-bw.de/wp-content/uploads/sites/14/2026/01/RZ_SATBW_Bericht_2025_web.pdf